Zum Bildungsengagement der deutschen Wirtschaft

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Der Stifterverband der deutschen Wirtschaft hat durch seine Geschäftsstelle ZiviZ eine Studie zum Bildungsengagement der deutschen Wirtschaft verfertigen lassen. ZiviZ „liefert datenbasiertes Orientierungs- und Trendwissen für die praktische Arbeit im Themenfeld Zivilgesellschaft.“ Dabei wird „eng mit NGOs, Stiftungen, der wissenschaftlichen Forschung an Hochschulen und Universitäten, Ministerien, Verbänden und Unternehmen“ zusammengearbeitet.

Bei der linkslastigen Bildungslandschaft und den in Verruf gekommenen NGOs dürfte diesem Netzwerk etwas Tendenziöses anlasten. Das wird auch klar, wenn man liest, was der Stifterverband – immerhin der ZiviZ übergeordnet – über die Wahlprogramme der sechs wichtigsten Parteien veröffentlicht, die bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März 2026 antreten werden. Da heißt es unter anderem, dass „alle Fraktionen – mit Ausnahme der AfD – das Potenzial der Zusammenarbeit zwischen Schulen und außerschulischen Partnern“ grundsätzlich anerkennen.

Doch im Wahlprogramm der AfD zu eben dieser Landtagswahl ist zu lesen: „Die Attraktivität des klassischen Ausbildungsberufs ist in den letzten Jahren immer weiter zurückgegangen. Dem inzwischen weit verbreiteten „Akademisierungswahn“ ist durch Aufklärungskampagnen an den Schulen entgegenzuwirken. „Meister statt Master“: Schulabgängern ist zu vermitteln, dass Handwerker wie auch technische und kaufmännische Arbeitnehmer unverzichtbare Stützpfeiler unserer Wirtschaft und Gesellschaft sind. Daneben besteht aber auch ein großer Bedarf an Arbeitskräften aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, da Digitalisierung und Künstliche Intelligenz eine immer größere Bedeutung erhalten.“ Und wer, wenn nicht Vertreter der Ausbildungsberufe und Abnehmer erfolgreicher MINT-Schüler –also die Wirtschaft – soll die geforderte Aufklärung zu Weg und Bedarf leisten? Die Klima- und Antifa-NGOs, die sich ohnehin an den Schulen tummeln?

Die von ZiviZ angemahnte Ausbaufähigkeit des unternehmerischen Bildungsengagements wird also ebenso von der AfD angeregt. Im Jahr 2018 waren noch 51 Prozent der Unternehmen im Bildungsbereich aktiv, 2025 waren es 43. Gerade kleineren und mittleren Betrieben scheinen die Mittel für ein Engagement im Bildungsbereich auszugehen; nur größere Unternehmen können sich personalintensive Formate wie Schulworkshops oder Mentoring-Programme leisten. Die bestens vernetzte ZiviZ stellt fest: „Besonders im Fokus stehen die Entwicklung von MINT-Kompetenzen sowie sozialen und unternehmerischen Kompetenzen. Demokratische, interkulturelle und sprachliche Kompetenzen spielen im Engagement bislang untergeordnete Rollen.“ Dabei – so wünschen es sich wohl die Studienautoren – sind doch durch die Massenmigration verursachte kulturelle, sprachliche Probleme vorrangig an den Schulen zu lösen. Doch ist das der richtige Weg?

Ist es Unternehmen in der momentanen Lage wirklich zuzumuten, auf die Förderung von Kompetenzen, die sie als wirtschaftlich und gesellschaftlich relevant erachten, zu verzichten, um den von der Politik in den Dreck gefahrenen Karren wieder mitherauszuziehen?
Ich denke, in der aktuellen Lage haben die Unternehmen in der Tat vorrangig die ökonomisch zwingende Aufgabe, befähigte MINT-Schüler voran zu bringen und potentiellen Handwerkern ihre wahren beruflichen Aktivitätsfelder via Aufklärung zu eröffnen. Die sprachliche Integration Kulturfremder ist nicht die Aufgabe der deutschen Wirtschaft, das ist die der für den Schlamassel verantwortlichen Politik.

 

Links:

Studie zum Bildungsengagement der deutschen Wirtschaft

Das Bildungsengagement der Wirtschaft | ZiviZ

Bildungspolitische Wahlprogramme Baden-Württemberg 2026 | Stifterverband

AfD_WAHLPROGRAMM_BaWue_2026_DS_N.pdf – S. 101 IX, Nr.2

Maecenata Stiftung

Soros-Stiftungen: Milliarden für „offene Gesellschaft“ | tagesschau.de