Verwahrlosung ist nicht nur ein Wort

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Quelle: freepic.com

Wenn im gesellschaftlichen Zusammenleben Mindesterwartungen nicht erfüllt werden, spricht man vom Zustand der „Verwahrlosung“. Dieser Zustand wiederum muss nicht unbedingt selbstverschuldet sein. Er wird häufig durch familiäre oder kulturelle Bedingungen verursacht – oder durch absolut unfähige Politiker und woke Ideologien.

Ein gutes Beispiel für den Zustand aktueller Verwahrlosung liefert eine Grundschule im nord-rheinwestfälischen Gelsenkirchen: Zum Stichtag 12. Februar 2025 müssen dort vierzig Kinder die erste Klasse wiederholen. Das sind etwas mehr als ein Viertel der insgesamt 150 Erstklässler an diesem Lehrinstitut. Die Presse berichtet ganz aufgeregt, dass nun Bildungsexperten in ganz Nordrhein-Westfalen alarmiert seien. Letzteres ist erbärmlich. Warum? Weil man schon 2015 hätte alarmiert sein müssen und nicht erst jetzt, nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist.

Mit dem Besuch von 1,4 Millionen Schülerinnen und Schüler aus dem Ausland in bundesdeutsche Schulen hätte man sich an zehn Fingern abrechnen können, dass dieser gigantische Zuzug nicht ohne Folgen bleiben würde. Das Statistische Bundesamt (Destatis) teilte zum Internationalen Tag der Bildung am 24. Januar dieses Jahres mit, dass „29 % der Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden Schulen im Jahr 2024 eine Einwanderungsgeschichte [hatten]. […] Eine Person hat eine Einwanderungsgeschichte, wenn sie selbst oder beide Elternteile seit dem Jahr 1950 nach Deutschland eingewandert sind. Bei weiteren 12 % der Schülerschaft war nur ein Elternteil nach Deutschland eingewandert, 59 % hatten keine Einwanderungsgeschichte.“

Nun hat man nach dem absehbaren Desaster an der Gelsenkirchener Schule festgestellt, dass vor allem das fehlende sprachliche Grundgerüst bei vielen Schulanfängern zum „Sitzenbleiben-GAU“ führte. Die Klassenwiederholungen zeigen – so die lokale Presse – „ein wachsendes Problem: Viele Kinder starten ihre Schullaufbahn mit erheblichen Sprachdefiziten. Oftmals kommen sie aus Familien, in denen zu Hause kaum Deutsch gesprochen wird […].“ Man muss also  wahrlich kein Experte sein, um festzustellen, dass einem deutschen Unterricht ohne Deutschkenntnisse nicht gefolgt werden kann. Zumal sich die Entwicklung bereits im Vorjahr abzeichnete: Da waren es „nur“ 32 Kinder an derselben Schule, die kleben blieben. Zwei andere Grundschulen in Gelsenkirchen meldeten jeweils 14 Sitzenbleiber, die Schalker Regenbogenschule 12.

Als Lösung für die alarmierende Situation könnte das vorgeschlagene Gute-Schulstart-Gesetz der baden-württembergischen AfD-Fraktion dienen. Unser Vorschlag zielt darauf ab, die Schulfähigkeit der Schulanfänger abzusichern und die Bildungs- und Erziehungsziele auf ein einheitliches Niveau zu bringen. So sollen sprachliche Defizite ausgeglichen werden, womit wiederum ein besserer Start in der Grundschule gelingt. Das kann auch zu einer Senkung der Wiederholungsquote führen. Kurz gefasst, unsere Gesetzesinitiative verfolgt vier Ziele: Verbesserung der Sprachkompetenz auf mindestens Niveaustufe A1 in homogenen Klassen, Verbesserung der Mathematik-Kenntnisse durch Rechnen im Zahlenraum bis 10, Verbesserung der Motorik sowie Verbesserung der Identifikation mit dem nahen Umfeld durch Heimatkunde. Diese Ziele müssen im letzten KiTa-Jahr (als Pflichtjahr und damit kostenfrei für die Eltern) verwirklicht werden. Gerade Kinder im 6. Lebensjahr sind wissbegierig und bereit zu spielerischem Lernen. Wir fordern zur Lösung der unhaltbaren Zustände eine Vorschule, die bereits in Ländern wie den Niederlanden, Finnland, Griechenland, Großbritannien, Frankreich und Estland existiert und die in Hamburg erfolgreich eingeführt wurde. 

Hans-Peter Hörner

 

 

Links:

Jeder vierte Erstklässler – An einer Schule: 40 Kinder müssen 1. Klasse wiederholen | Heute.at

Schulen – Statistisches Bundesamt

Sprachliches Grundgerüst fehlt: 40 Kinder wiederholen Klasse