Roadmap: das neue Wort für Arbeitskreis?

  • Beitrags-Autor:
  • Beitrags-Kategorie:Blog
  • Beitrags-Kommentare:0 Kommentare

Quelle: freepik.com

Das könnte man nach dem Beschluss der Bildungsministerkonferenz auf ihrer Sitzung am 26. März im Zusammenwirken mit der Bundesbildungsministerin jedenfalls meinen: Man hat nun eine Roadmap beschlossen, deren Ziel es ist, schnellstmöglich eine Trendumkehr bei den Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern zu erreichen.

Man hat sich in der denkwürdigen Sitzung vorgenommen, in den nächsten zehn Jahren den Anteil derjenigen, die grundlegende Mindeststandards nicht erreichen, deutlich zu reduzieren und zugleich die Leistungsspitze gezielt zu stärken.

So heißt es jedenfalls in der Pressemeldung des  Sekretariats der Kultusministerkonferenz vollmundig: „Die Roadmap bündelt die Ergebnisse eines gemeinsamen Arbeitsprozesses der Länder mit dem Bund unter Einbeziehung wissenschaftlicher Expertise und der Schulpraxis. Die Ergebnisse des IQB-Bildungstrends werden sehr ernst genommen. Sie machen deutlich, dass zusätzliche gemeinsame Anstrengungen notwendig sind, um allen jungen Menschen unabhängig von ihrer Herkunft faire Bildungschancen zu ermöglichen. Bund und Länder arbeiten dabei eng zusammen und setzen auf einen strukturierten, evidenzbasierten Prozess, der Analyse und konkrete Umsetzung miteinander verbindet.“

Abgesehen davon, dass es doch seither vornehmste Aufgabe der Bildungspolitik ist, Bildungsqualität zu vermitteln, Leistungsstandards zu installieren und Bildungschancen zu eröffnen, stellt man sich doch unwillkürlich bei dem Wortgetöse folgende Fragen: Was ist eigentlich auf diesem Sektor bisher geschehen? Welche Versäumnisse einer rot-grün-schwarzen Bildungspolitik sollen eigentlich wie aufgearbeitet werden? Und packt man die sattsam bekannten Probleme endlich mal an der Wurzel?

Auf jeden Fall wurden nun – nachdem man durch den IQB-Bildungstrend 2024 scheinbar wachgerüttelt wurde – „sieben zentrale Handlungsfelder identifiziert, die alle Ebenen des Bildungssystems betreffen und in ihrem Zusammenwirken die Bildungsqualität nachhaltig verbessern sollen. Dazu gehören insbesondere die datengestützte Qualitätsentwicklung von Schule und Unterricht, die Verbesserung der Lernvoraussetzungen von Schülerinnen und Schülern sowie die Stärkung der Bildungsforschung. Entscheidend ist, dass die Maßnahmen künftig stärker aufeinander abgestimmt werden und als kohärentes Gesamtsystem wirken.“

Für mich handelt es sich bei der ganzen Maßnahme der Beschlussfassung wieder einmal um die Bestätigung, dass man, wenn man nicht mehr weiter weiß, einen Arbeitskreis gründet. Diesmal ist es eine Roadmap politischer, wohl genährter Selbstdarsteller, die aus der Misere der deutschen Bildungslandschaft herausführen soll. Ich bin mir sicher, dass bei dem ganzen Blabla nichts, aber auch gar nichts herauskommen wird. So war es in der links dominierten bundesdeutschen Bildungspolitik schon immer; sonst säße der Karren nicht so tief im Dreck, wie er es aktuell tut. Strategische Befreiung und echte Lösungen können nur über einen erfrischenden, rechts-freiheitlichen Neuanfang stattfinden.

Hans-Peter Hörner

Links:

Nach IQB-Bildungstrend: BMK beschließt Roadmap