PISA, das Ritual – und hinterher sind alle immer wieder schlauer

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Quelle: KI-generiert

Nach PISA 2025, veröffentlicht am 8. September 2026, herrscht er wieder, der Reformhochbetrieb. Weil Deutschland in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften historische Tiefststände erreichte, kommen alle diejenigen wieder ans Licht, die schon immer wussten, wie dies eigentlich zu verhindern gewesen wäre.

Einige der Reformer wollen ein schnelles Zurück zu den Basiskompetenzen. Mehr verbindliche Lernzeit für Lesen, Schreiben und Mathematik, klare Mindeststandards und regelmäßige Lernstandskontrollen. Das vertreten vor allem die CDU-Bildungsministerin Prien, die Bildungsministerkonferenz sowie Kultusminister verschiedener Länder. Bund und Länder wollen den Anteil der Schüler unter den Mindeststandards binnen zehn Jahren deutlich senken.

Der Deutsche Lehrerverband (DL) mit dem Präsidenten Stefan Düll an der Spitze bringt Sprachförderung vor der Einschulung ins Spiel. Man will verpflichtende und flächendeckende Sprachstandtests bereits im Vorschulalter, anschließend verpflichtende Förderung bei Defiziten. Das finden die dezidiert Linken in der Bildungslandschaft nicht so toll, sie fordern die bessere Ausstattung der sogenannten Problem-Schulen. Das Startchancen-Programm soll Schulen in sozial schwierigen Lagen zusätzliches – also noch mehr – Geld, Personal und Förderangebote geben. Und diese Praxis soll nach Ansicht von SPD, Grünen und GEW erheblich ausgeweitet  beziehungsweise  Usus werden. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert darüber hinaus einen „Masterplan gegen Bildungsarmut“, denn so die Gewerkschaftler in ihrer Pressemitteilung vom 08. September: „Das gesamte Schulwesen gehört auf den Prüfstand.“ Jawoll!

Zentrale Ursache des miserablen Abschneidens deutscher Schüler sind für die zwei Hauptakteure GEW und DL Personal- und Qualitätsprobleme, ach ja, und die Bürokratie. Kleinere Klassen, multiprofessionelle Teams, mehr Fortbildung und Entlastung der Lehrer von Verwaltungsaufgaben werden zur Abhilfe der Misere gefordert. Außerdem mehr Leistungskultur und systematische Kontrolle. Regelmäßige Tests, verbindliche Standards, gezielte Förderung sowohl schwacher als auch starker Schüler und höhere Erwartungen.

Abschließend dann wieder der rituelle Blick über die Grenzen: Auch in der Bildungspolitik gibt es die allwissenden Experten, und die verweisen dabei auf erfolgreichere Schulsysteme wie Singapur oder Estland.

Auffällig an dem Theater: Wirklich neu ist davon fast nix. Sprachförderung, Basiskompetenzen, bessere Lehrerbildung und zusätzliche Mittel für Brennpunktschulen wurden bereits nach PISA 2000 und PISA 2022 gefordert. Dass das Thema „Migration“ als leistungsmindernder Faktor seit 2015 eine Rolle bei dem PISA-Desaster spielen könnte, wird entweder ausgeblendet oder ignoriert oder als „rechtsextreme Denke“ ins nicht diskutable Abseits gestellt. Genauso übrigens wie die zentrale, die ziemlich wichtige Frage, warum Deutschlands bildungspolitische Verantwortliche die seit Jahren bekannten Probleme nicht endlich konsequent löst.

 

 

 

Links:

Mitteilung – Kultusministerkonferenz

Deutscher Lehrerverband zu PISA 2025: | Deutscher Lehrerverband

GEW zu PISA: „Das gesamte Schulwesen gehört auf den Prüfstand“ | GEW – Die Bildungsgewerkschaft