„Nur Schulsport bewegt alle!“

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Mit diesem Slogan schließt das „Positionspapier zu Sport und Bewegung im Ganztag der Grundschule“, das der Deutsche Sportlehrerverband (DSLV) auf seiner Website zur Verfügung gestellt hat. Dabei geht es dem Verband nicht darum, ein pädagogisches Berufsbild als unverzichtbar zu positionieren. Nein, es geht den Sportlehrern ganz offensichtlich um den erschreckenden Umstand, dass sich circa drei Viertel der Kinder „bereits im Grundschulalter weniger als eine Stunde am Tag“ bewegen. Dabei hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die gelegentlich nicht nur als Lobbyist der Pharmaindustrie wahrgenommen werden kann, festgestellt, dass sich Kinder mindestens 60 Minuten am Tag bewegen sollten.

Nun haben der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und seine Landesverbände eine wirklich gute Initiative gestartet, die vor allem Schulen anvisiert. Man ist der Überzeugung, dass das „Jahr der Schule“ mehr Bewegung und Sport in den Alltag von Kindern und Jugendlichen bringen soll. Denn die gesundheitlichen Konsequenzen des Bewegungsmangels sind offensichtlich: Immer mehr Kinder und Jugendliche sind nämlich übergewichtig. Die Kaufmännische Krankenkasse KKH teilte unter Auswertung der eigenen Versicherungsdaten mit, dass 2023 ganze 5,2 Prozent der sechs bis 18jährigen adipös waren – 2018 es nur 4,1 Prozent, also rund ein Viertel weniger. Bei einem Anstieg von 40 Prozent seien vor allem Jungen von der Tendenz betroffen. Die KKH ermittelte in ihrer Studie als ursächliche Faktoren schlechte Ernährung, ungesunde Kinderprodukte und natürlich die digitalen Medien als „Bewegungsräuber“.

Das Deutsche Ärzteblatt betonte, dass durch die Gewichtszunahme „die Gefahr für lebensverkürzende Erkrankungen wie Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit, Schlaganfall, bestimmte Krebsarten, Diabetes Typ 2 oder auch Gelenkverschleiß“ wachse. Die Krankenkasse riet Eltern, bei Fachärzten und Psychologen Hilfe zu suchen. Kinder, die als zu dick wahrgenommen werden, sind erwiesenermaßen häufig Opfer von psychischer Gewalt, wie etwa Ausgrenzung, Hänseleien, Mobbing nach dem Motto „Lauf schneller, Moppel!“. Doch Fachärzte und Psychologen können nicht immer die Lösung sein, zumal die Praxen durch die Nachwirkungen des Corona-Irrsinns ohnehin noch immer überlastet sind.

Der DFB sieht nicht nur als Fußballverband den Sport als vorrangige Lösung. Immerhin gibt es hierzulande um die 90.000 Sportvereine. Der Sport, so der DFB, biete nicht nur körperliche Fitness. Er biete ein soziales Lernfeld, mache positive Persönlichkeitsentwicklung verstärkt möglich und helfe der mentalen Gesundheit auf die Beine. Der Sport in der Schule müsse deswegen aufgewertet und aus seiner Nische geholt werden. Wie stellen die deutschen Sportlehrer so schön fest: „Wir benötigen eine bewegte Schulkulturentwicklung.“ Dem schließe ich mich vollumfänglich an.

Hans-Peter Hörner