„Künstliche Intelligenz“ – Hilfe oder wie oder was?

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Quelle: KI generiert.

Nach einer am 5. August 2026 veröffentlichten Befragung unter 501 Lehrkräften der Sekundarstufen I und II durch den Branchen- und Lobbyverband der deutschen Digitalwirtschaft Bitkom e. V., ist die Künstliche Intelligenz (KI) im deutschen Schulalltag angekommen. So nutzen 58 Prozent der befragten Lehrkräfte KI für schulische Zwecke. Das heißt bei der Wissensvermittlung, Unterrichtsvorbereitung, dem individuellen Zuschnitt von Materialien oder zur Kontrolle von Aufgaben. Zwei Drittel der Lehrkräfte sehen KI grundsätzlich als Chance für die Bildung, zugleich fühlt sich mehr als die Hälfte im Umgang damit unsicher. 89 Prozent sind überzeugt, dass Schülerinnen und Schüler den Umgang mit KI lernen sollten; gleichzeitig meinen 42 Prozent, KI könne zur „Verdummung“ beitragen.

Es überwiegt insgesamt die positive Sicht: 95 Prozent betrachten die Digitalisierung als Chance für die Bildung. Gleichzeitig sagen 80 Prozent, die Politik unterstütze die Schulen dabei nicht ausreichend – es geht um die vielfach bemängelte technische Ausstattung der Schulen. Für den Interessensverband der Digitalindustrie, Bitkom, ist deshalb klar: KI-Kompetenz, verlässliche Ausstattung und dauerhafte Finanzierung müssten fest im Bildungssystem verankert werden; das war zu erwarten.

Dass man an dem Thema natürlich nicht vorbei kann, zeigt sich auch in Teilen Skandinaviens. Man setzt dort aber einen anderen Akzent, als in der Bundesrepublik, wo es prinzipiell heißt: Nun ist die KI „ja mal da“, Schüler müssen lernen, kompetent damit umzugehen und Schulen brauchen bessere Technik sowie mehr KI-Fortbildung. Man könnte sagen, der typisch deutsche Weg der klaglosen Akzeptanz vor dem Hintergrund fehlender selbst entwickelter Lösungen. Die Schweden, die ohnehin insgesamt eine interessante und kluge politische Entwicklung zu nehmen scheinen, sind anders unterwegs. Wie auch die Dänen stellen sie fest, dass Digitalisierung zwar „da ist“, dass aber deshalb zunächst geklärt werden muss, wo und ob sie pädagogisch überhaupt sinnvoll einsetzbar ist. Denn beim bei Lesen, Schreiben, der Konzentration und der grundlegenden Wissensaneignung kann der Weg über analoge Lehrmittel der bessere sein. Das zeigt sich daran, dass Schweden massiv in gedruckte Schulbücher investiert. Für 2025 wurden dafür 755 Millionen schwedische Kronen – also mehr als 68 Millionen Euro bereitgestellt, ab 2026 sind zunächst 555 Millionen Kronen jährlich vorgesehen. Bildungspolitisches Ziel ist wieder ein gedrucktes Lehrbuch pro Schüler und Fach.

Auch Dänemark versucht, die Computer-Nutzung in den Griff zu bekommen. Seit 2024 empfiehlt das dänische Unterrichtsministerium nachdrücklich handyfreie Schulen sowie Sperren für nicht unterrichtsrelevante Websites. Computer und Tablets sollen verschwinden, wenn sie für den Unterricht nicht gebraucht werden. Und die Dänen haben gerade wegen der sogenannten generativen KI die schulischen Prüfungsregeln verschärft. Schüler sollen größere schriftliche Arbeiten künftig mündlich verteidigen, mehr Arbeiten sollen unter Aufsicht in der Schule stattfinden. Die eigenständige Denkleistung soll wieder stärker überprüfbar werden und an Wert gewinnen. Ein guter Weg, wie ich finde.

 

 

 

Links:

KI in Schulen: 66% der Lehrer sehen Chancen, Politik lässt sie hängen

Schule und KI: Große Chancen, ungleiche Voraussetzungen | Presseinformation | Bitkom e. V.

Statement of Government Policy 12 September 2023 – Government.se