Quelle: KI generiert
Nach einer repräsentativen Umfrage des Branchenverbandes Bitkom unter 501 Lehrerinnen und Lehrern der Sekundarstufen I und II vom 5. August 2026 nutzen 58 Prozent der Lehrer KI für schulische Zwecke: 44 Prozent der Lehrer setzen sie ein, um Schülern KI-Kompetenzen zu vermitteln, 43 Prozent zur Wissensvermittlung. 26 Prozent nutzen KI zur Unterrichtsvorbereitung und 23 Prozent zur individuellen Anpassung von Unterrichtsmaterial. Jeder fünfte Lehrer setzt KI sogar zur Kontrolle von Aufgaben oder Prüfungen ein.
Zwei Drittel der Befragten sehen in der neuen Technologie grundsätzlich sogar eine Chance für die Bildung. 89 Prozent der Lehrer sind überzeugt, dass Schüler den Umgang mit KI lernen müssen. Gleichzeitig sagen 42 Prozent, KI könne zur Verdummung von Schülern führen. Mehr als ein Drittel stimmt sogar beiden Aussagen gleichzeitig zu. Die Herausforderung besteht damit nicht mehr darin, ob KI in der Schule eingesetzt wird, sondern wie verhindert werden kann, dass sie eigenes Denken und Lernen ersetzt.
Der Chef der Lobbyorganisation Bitkom e.V., Ralf Wintergerst, stellt fest: „Richtig eingesetzt, kann KI das Lernen und den Schulalltag verbessern. Sie darf aber das eigenständige Denken nicht ersetzen. Schulen müssen deshalb Chancen, Grenzen und einen verantwortungsvollen Umgang mit KI vermitteln.“ Und – man staune – in der Leitlinie der UNESCO heißt es zur KI, dass diese technologischen Systeme Fähigkeiten automatisieren, die bislang Kern und Ergebnis anspruchsvoller Lernprozesse waren. UNESCO-Bildungsexpertin Stefania Giannini stellte völlig richtig fest, dass kaum eine andere Technologie wenige Wochen nach ihrer Entwicklung so selbstverständlich Kindern zugänglich gemacht worden sei.
Manfred Spitzer, bekannter Psychatrieprofessor und Kritiker der digitalen Entwicklung im Bildungsbereich, hat schon ab 2022 mehrere fachzeitschriftliche Beiträge zur KI und ihrer Nutzung veröffentlicht und geht weiter. Er warnt insbesondere davor, dass generative KI Schülern genau die geistige Arbeit abnimmt, durch die Lernen überhaupt erst stattfinden kann: Wer Schreiben, Denken, Rechnen oder Argumentieren an KI auslagert, erhält zwar schneller ein Ergebnis, trainiert aber die Fähigkeiten zur Selbstentwicklung fast immer wenig bis gar nicht. Und: Die Ergebnisse der generativ verwendeten KI bleiben den allermeisten Nutzern in der Herleitung unverständlich. Also umgekehrt wie in der Mathematik, wo oft genug festgestellt wird, dass wenn die Beweisführung stimmt, das Ergebnis dabei nicht ganz so wichtig ist. Denn Schule soll Denken lehren, trainieren, ermöglichen, nicht das Auslagern des Denkens an eine Maschine.
Schulkinder brauchen zuerst ein eigenes, gelegentlich aufwendig erworbenes Wissen, richtig gekonnte und verwendete Sprache und eine auf beidem begründete Urteilsfähigkeit – erst danach kann KI ein vielleicht sinnvoll eingesetztes Werkzeug zur Erleichterung bestimmter Prozesse sein.
Links:
Schule und KI: Große Chancen, ungleiche Voraussetzungen | Presseinformation | Bitkom e. V.
Hirnforscher Manfred Spitzer: „Kinder lernen besser ohne Computer“
Geist und Gehirn – ZNL TransferZentrum für Neurowissenschaften und Lernen
Guidance for generative AI in education and research | UNESCO