Bald Abi für alle? Kultusminister fördern Bildungsinflation

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Quelle: KI generiert

In einer Pressemitteilung des Deutschen Philologenverbandes (DPhV) vom 04. Juni dieses Jahres stellte die Bundesvorsitzende Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing fest: „Noten sind dann aussagekräftig, wenn sie der hinter ihnen stehenden Leistung entsprechen. Wer die Anforderungen für gute Bewertungen politisch bewusst senkt, verändert nicht die Leistungen der Schülerinnen und Schüler – er verändert die Bedeutung der Note.“ Diese Bedeutungsveränderung der Note mündet in Noteninflation und in eine Absage an das Leistungsprinzip.

Doch wieso meldet sich der Verband überhaupt zu Wort? Hintergrund ist „die derzeitige KMK-Beschlusslage zum Abitur“. Mit Rechentricks, also „abgesenkten Notenschwellen, die eine 1- bereits ab 85 Prozent Leistung vorsehen und damit rechnerisch zu mehr Bestnoten führen, ohne dass die inhaltlichen Anforderungen gestiegen wären“, sollen Schüler durch die Abiturprüfung, wenn es sein muss auch mit besten Noten geschleust werden.

Schon im September 2025 sagte die damalige Ministerin für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg, Theresa Schopper (Grüne), nach der Einführung von G9 gegenüber der Presse: „„Mein Anspruch an das neue Gymnasium ist, dass ein höherer Anteil der Schüler bis zum Abitur gebracht wird.“ Denn, so Schopper: „Die Zeit zum Fördern, damit Schüler mit Schwächen ihre Defizite überwinden, gibt es jetzt im Gymnasium.“ Mit diesem hanebüchenen „Förderauftrag“ der Gymnasien skizziert die Ex-Kultusministerin die Position der politischen Linken, wenn es um Bildung geht. Genauso übrigens 2012 Martin Habersaat, bildungspolitischer Sprecher der SPD in Schleswig-Holstein. Der Mann meinte, dass die bessere Erreichbarkeit von Oberstufen die Abiturquote erhöhen könne. Das sei gewünscht, weil eine „höhere Abiturquote […] bessere Lebenschancen … mehr Gerechtigkeit“ bedeute.

Damit werden Schulabschlüsse nicht als Qualifikation gewertet, sondern zum Instrument sozialer Öffnung gemacht. Platt gesagt: Mit der Nivellierung der Zugangshürden, werden die sozialen Umfelder, die bisher aus linker Sicht hauptsächlich für Bildungsselektion sorgen, neutralisiert. Wenn es also mehr Abiturienten gibt – so die kurzsichtige Logik –, haben mehr Kinder Zugang zu Studium, besser bezahlten Berufen, Verwaltungslaufbahnen und gesellschaftlicher Teilhabe. Eine höhere Abiturquote ist angeblich der Indikator dafür, dass weniger aussortiert werden kann.

Aber viele Abiture ergeben nicht automatisch ein Mehr an Bildungsgerechtigkeit. Wenn Anforderungen abgesenkt werden, berufliche Bildung abgewertet wird oder Jugendliche in unpassende akademische Ausbildungswege gedrängt werden, gibt es keinen echten Aufstieg, sondern lediglich inflationär angebotene Bildung. Insgesamt entstehen Frustrationen bei den wirklich Leistungsschwachen, das Niveau der akademischen Lehre und Forschung wird heruntergezogen, Menschen, die Dinge machen (müssen), die ihnen eigentlich gar nicht liegen, geraten in  vermeidbare Nöte. Das Abitur ist als Bildungsausweis und Eintrittskarte in die akademische Welt und insgesamt höher angesetzte Berufe anzusehen. Facharbeit, Handwerk, Pflege, Technik, duale Ausbildung verlieren bei dem Herumgewurstel der linken Sozialarchitekten Bewerber, weswegen dann kulturfremde, integrationsunwillige Analphabeten ins Land geholt werden. Man kann dem Deutschen Philologenverband bei seiner Kritik nur zustimmen, wobei wir von der AfD durchaus für eine deutlich weitergehende Qualitätsrestaurierung der deutschen Bildungslandschaft plädieren.

 

 

Links:

Philologenverband macht gegen Noteninflation im Abitur mobil – „Politisch gewollt, gute Noten für weniger Leistung zu geben“ – News4teachers

DPhV kritisiert KMK-Regelungen zum Abitur: Fachliche Mindestanforderungen stärken, statt nur rechnerisch zu kompensieren! – Deutscher Philologenverband e. V.

https://www.dphv.de/wp-content/uploads/2026/06/2026_06_04_DPhV_PM_ProzentualeAbibewertung.pdf

Neues G9 startet – Kultusministerin Schopper hofft auf mehr Abiturienten | Staatsanzeiger BW

Martin Habersaat zu TOP 5,22,26,28,30,31,38,54: Gerechte Bildungschancen für alle Kinder