Quelle: Ki-generiert
Das Deutsche Schulportal der Robert-Bosch-Stiftung bringt zum oben erwähnten Thema einen Artikel einer Schülerautorin namens Amaya Z.. Sie verweist einleitend auf die Rapperin Ikkimel: Es ist – so der szenische Einstieg – „Montagmorgen im Musikunterricht in der 9. Klasse.“ Die Schülerinnen und Schüler dürfen sich Lieder wünschen, weil die Sommerferien vor der Tür stehen: „Neben ein paar WM-Titeln läuft auch irgendwann ein Lied von Ikkimel. Die Rapperin nutzt in ihren Songs oft gezielt eine sexistische Sprache aus weiblicher Perspektive. Dadurch kehrt sie frauenfreundliche Situationen [?] um und bezieht sie auf Männer. Das ist natürlich provokant, schafft aber auch Aufmerksamkeit für ein wichtiges Thema.“ Hat Amaya Z. zum Beispiel diese Zeile aus einem der „Songs“ namens „Schere“ der Rapperin gemeint: „Schere, Schere, Muschi rein Million’n Schwänze, doch wir mögen kein’n (Ah-ah) Tausch‘ ihn aus durch ein Kissen Lesben-Sex mit Doppeltitten“? Und wenn ja, wie wird durch diese Kloakenlyrik Aufmerksamkeit für ein wichtiges Thema (außer Sex) geschaffen?
Gut, die Schulportal-Autorin ist 15 und kein Profi der Schreiberzunft, dennoch ist ihr Machwerk in gewisser Hinsicht erhellend. Zum einen kann man über den offenkundigen geistigen Unschuldsverlust im jugendlichen Alter angesichts der Rezeption und Identifikation mit in Gossensprache vorgetragenen Obszönitäten erstaunt sein. Zum andren ist es neben der zur Schau getragenen Pseudo-Verderbtheit auch die Tatsache, dass das altlinke Thema des „Feminismus“ immer noch eine derartige Relevanz besitzt, die einen irritieren könnte. Denn so zu tun, als hätte sich seit dem frühen 20. Jahrhundert nichts verändert, ist ja wohl eine hanebüchene Fehleinschätzung. Frauen besitzen zumindest hierzulande dieselben Bürgerrechte, sind selbstverständlich in Universitäten, Unternehmen, Medien und Politik (teilweise über)präsent. Zentrale feministische Forderungen sind rechtlich verwirklicht. Feminismus ist also nicht mehr primär ein Kampf um die elementare öffentlich gleichgestellte Existenz von Frauen. Wenn überhaupt geht es zumindest in unserem Kulturraum um mögliche Rest- und Folgeprobleme: Gewalt, familiäre Arbeitsteilung, wirtschaftliche Abhängigkeit. Ob gerade Ikkimel, die 2025 raptastisch.net verraten haben soll „Ich scheiß jetzt auf alles und mach einfach das, was mir Spaß macht“ und deren Debüt-Album den Titel „Fotze“ schmückt, die kompetente Botschafterin des Restbestandes feministischer Forderungen sein kann, darf bezweifelt werden.
Meine Anregung an Amaya Z. wäre: Vergiss den „Feminismus“, so wie Du ihn mit Ikkimel verstehst. Erhebe Dich aus der geistigen Abflussrinne, die die sogenannte Rap-„Kultur“ darstellt und lebe durch echte Bildung und konstruktives Wissen gestärkt ein erfüllendes Leben als selbstbewusste junge Frau. Denn das ist heute hierzulande noch möglich. Die Bedrohung, die Du als Frau zu spüren glaubst, geht zu nahezu hundert Prozent nicht von hierzulande sozialisierten Männern aus, sondern von religiös-politischen Fanatikern anderer Kulturkreise, die Deutschland verändern wollen. Besonders Bösartige würden sagen: Die aktuell weichgekochte deutsche Kartoffel stellt nur für sich selbst eine Gefahr dar. In diesem Sinne…