Vorkehrungen Schuljahr

  • Beitrags-Autor:
  • Beitrags-Kategorie:Landtagsreden

Hat die Landesregierung ausreichend Vorkehrungen getroffen für ein sicheres und herausforderndes Schuljahr 2021?

Sehr geehrte Frau Präsidentin,
sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete,

der Corona-Stress wird auch im kommenden Schuljahr eine schlimme Begleiterscheinung des Unterrichts sein. Auch im zweiten Pandemiejahr ist unklar, ob es Regelunterricht geben wird.

Die Sorge um die Schüler wächst und das zurecht, meine Damen und Herren.

Angeblich will Niemand Schulen schließen.

Die Fallzahlen werden im Herbst wieder steigen!  Adé Präsenzunterricht. Auch zukünftig gilt, dass ab einer Inzidenz von 100 Wechselunterricht gesetzt wird, so die Landesregierung. Der Bund gibt dies in § 28b lfSG

vor, somit besteht landesrechtlich keinerlei Spielraum.

Herzlichen Dank allen, die diesem Bundesgesetz zugestimmt haben. Bietet es doch die Möglichkeit, die Verantwortung innerlich beruhigt  wie Pontius Pilatus von sich weg zu schieben; nach unten zu den Kommunen, nach oben zum Bund. Dies kann doch nicht im Sinne einer verantwortungsvollen föderalistischen Bildungspolitik sein!

Hat nun die Landesregierung ausreichend Vorkehrungen getroffen für ein sicheres und herausforderndes Schuljahr 2021/2022?

Kurz und entschieden:  NEIN.

— leidige Debatte Luftfilteranlagen: Sie sollen dafür sorgen, dass die Klassenräume auch bei geschlossenen Fenstern ausreichend belüftet sind.

Schon im vergangenen Jahr gab es Studien, etwa aus der Universität Frankfurt oder der Bundeswehruniversität München, die auf eine wirksame Verringerung der Aerosolbelastung durch diese Geräte verweisen.

Nach Einschätzung des Virologen Stephan Ludwig von der Uni Münster sind sie gemeinsam mit Lüften ein weiterer wichtiger Beitrag zur Eindämmung der Pandemie.

Doch statt den wissenschaftlichen Erkenntnissen Taten folgen zu lassen, erfolgte vom Kultusministerium erstmal eine Ablehnung mit dem Hinweis „die Landesregierung ist nicht zuständig“.

Jetzt, nachdem sehr viel Zeit verloren ist, um die Schulen krisensicher zu machen, fällt der Landesregierung ein, dass man doch noch in punkto Luftfilter etwas machen könnte. Natürlich erst nachdem andere Bundesländer wie Bayern längst auf dem Weg waren alle Schulen bis Anfang des neuen Schuljahres mit Luftfiltern auszustatten.  

In so einem kurzen Zeitraum ist das nicht zu schaffen!

Hätte sich aber die Landesregierung bereits vor einem Jahr dafür entschieden, wären unsere Schulen krisensicherer. Aber, wir wissen ja, vorausschauendes Denken und Handeln

gehört nicht zu den Stärken des Kultusministeriums und der Landesregierung, sowohl in der aktuellen als auch in der verflossenen Besetzung.

Das gleiche Problem haben wir auch hinsichtlich der entstandenen Lernlücken. Spätestens mit den Entscheidungen die Schulen zu schließen und Fernunterricht anzuordnen hätten die Maßnahmen zur Nachholung des Lernstoffes in die Wege geleitet werden müssen.

Schon längst hätten Sie das Institut für Bildungsanalysen Baden-Württemberg beauftragen müssen, sinnvolle Förderinstrumente zu schaffen, die von Lehrkräften zur Diagnose von Lerndefiziten angewendet werden können. Schon längst hätte die Frage der zusätzlichen personellen Ressourcen geklärt werden müssen. Nebenbei, das Ansinnen der SPD, FSJ-ler einzusetzen, ist doch sehr zu bezweifeln.

Bis heute sind Sie nicht in der Lage festzustellen, wie viel zusätzlich einsetzbares Personal überhaupt vorhanden ist.  Wie viele pensionierte Lehrkräfte, Studenten sowie bereits im Dienst stehende Lehrkräfte, die im Rahmen einer Mehrarbeitsvergütung im Förderprogramm tätig werden wollen, gibt es überhaupt?

Welche Schule kann auf das Personal zugreifen und wer geht leer aus?

Und hätte man nicht über die Ferien freigestellte fertige Referendare für Lernbrücken einsetzen können?

Sicher ist:  unseren Kindern und Jugendlichen droht ein weiteres Corona-Chaos-Schuljahr.

Deshalb ist für die AfD-Fraktion der Auftrag eindeutig: die Schüler müssen geschützt und vor allem gefördert werden. Alle Schüler brauchen ihre Schule als den Ort des Zusammenlebens. Den Ort, den sie aufsuchen können, um zu lernen, angeleitet zu werden und vor allem um in echter Gemeinschaft ihre Persönlichkeit zu entwickeln.

Kinder sind unsere Zukunft! Ein viel strapazierter Satz. Ob die Handlungen des Ministeriums sich daran orientieren, darf bezweifelt werden.

Vielen Dank.